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SPIGAR Norbert Spirig

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SPIGAR Norbert Spirig

Rheintal: 20. November 2008, 01:05

Spigar – wie er sich liebt und hasst

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Spigar (Norbert Spirig) mit seinem Buch in seinem neuen «Kunstraum» an der Rheinecker Hauptstrasse 47. Bild: René Schneider
 
 

RHEINECK. Seit Jahrzehnten hinterlässt Spigar – Norbert Spirig – künstlerische Spuren in Rheineck und im Rheintal. Zu seinem 60. Geburtstag hat er einen Teil seines Lebens in einem Buch zusammengefasst. Es ist breit und bunt und enthält Erstaunliches.

René Schneider

Jeder kennt ihn in Rheineck, Spigar, den Künstler mit auffälligem Schal und selbst bemalter Kappe. Er ist bescheiden, zurückhaltend, sanft, freundlich, kontaktfreudig – ein Mensch ohne Feinde. Im Vorwort zu Spigars Buch schreibt Rheinecks Stadtpräsident Hans Pfäffli: «Menschen wie Spigar sind die markanten Farbtupfer in unserer organisierten Gesellschaft.» Der Stadtpräsident gesteht: «Ein von Harmonie geprägtes, sanftes Werk von Spigar ziert die Wohnstube in unserem Zuhause – wohltuend.

Nicht immer war Spigars Leben bunt, harmonisch und sanft. Düstere, holzschnittartige Werke aus den späten 70er-Jahren erzählen davon. Die neuesten, lebensfreudigen Bilder in warmen Farbtönen, aber auch das Vater/Sohn-Bild auf der letzten Buchseite lassen erahnen, wie Spigar zu sich und der Welt gefunden hat.

Sein Sohn Raphael Spirig half ihm bei der Realisation des Buches, Annemarie Khalil steuerte Texte bei. Warum Spigar (siehe auch Kasten nebenan) immer wieder seine eigenwilligen menschlichen Figuren malt – sie zieren in Rheineck sogar den Radweg durch das Städtli – hat Spigar ins Vorwort geschrieben: «Das Thema Mensch ist für mich so nah wie das Spiegelbild meiner selbst.» Sein Werk sei « ein Selbstbildnis von Situationen, in welchen ich mich liebe oder hasse. Diese zwei Gegensätze zu harmonisieren ist meine Aufgabe und soll Ausdruck meiner Bilder sein». Aus dem Buch ist auch Heiteres zu erfahren; etwa warum der Balgacher Künstler Jürg Jenny immer wieder Kühe darstellt oder wie Spigar einst mit List seine Werke zoll- und grenztauglich machte.

Öffentliche Vernissage Freitag, 21. November, 19 Uhr im Rathaussaal, mit Apéro und Rahmenprogramm. Sonntag 23. Nov.: Buchverkauf am Rheinecker Sterntag, Kunstraum, Hauptstrasse 47. Bestellungen und Reservationen direkt bei Spigar, Telefon 077 435 14 33.
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«Ich möchte einmal erklären, warum ich sehr oft diese Spigi-Männli oder Mannsgoggeli male, wie die Leute manchmal so sagen. Diesem Stil sagt man Manierismus. Bekannte Manieristen, die immer wieder das Gleiche in Varianten malten, gab es schon im Mittelalter. Bei Manieristen kann ihre Gewohnheit, also das Malen des einen Sujets, zu einer Art Sucht ausarten. Aber im Gegensatz zu dieser Gewohnheit rauche ich schon seit 32 Jahren nicht mehr. Was ist gesünder?

Der weltbekannte Künstler Giorgio Morandi übrigens hat mehr oder weniger sein Leben lang Stillleben mit Flaschen und Bechern gemalt. Er hat sie immer wieder in ein anderes Licht gestellt, meistens ins richtige. Ich will mich nicht mit ihm messen. Wettbewerbe waren mir nämlich immer zuwider. Aber manchmal machte ich trotzdem an Wettbewerben mit, ohne dass ich Angst hatte, zu verlieren. Auch Verlierer kön- nen gute Menschen sein.» (sc)


Unteres Rheintal
Heerbrugg

Ein buntes Leben und Schaffen 

Der Rheintaler Künstler Spigar präsentiert sein Kunstbuch

20.11.2008  Angelika Rieger
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Ein aussagekräftiges Werk: Das Kunstbuch des Rheintaler Künstlers Spigar.

Rheineck. – Der Künstler Spigar verschönert mit seiner Kunst so manches Gebäude im Rheintal. Kunstvoll gestaltete er einen Veloweg mitten durch Rheinecks Altstadt. Bekannt ist Spigar durch seine Bilder, vor allem aber durch «Kunst am Bau». Beispiele, wie vielfältig der Künstler ist, sind in seinem Kunstbuch Durchbruch zum Eigenen, «Leben und Werk» von Spigar, verewigt. In diesem Kunstbuch blickt er auf ein buntes Leben und Schaffen zurückblickt. Was nicht im Buch steht: Die Frage, wie es kommt, dass Spigar so viele «Mannsgöggeli» malt, wird nicht beantwortet. «Diese ”Mannsgöggeli“ zu malen, ist für mich eine Gewohnheit, die bis zur Sucht ausarten kann», erklärt Spigar. Eine Sucht, die wesentlich gesünder ist, als das Rauchen. «Das habe ich vor 32 Jahren aufgegeben», sagt er. Der Kunststil, an dem sich Spigar orientiert, nennt sich Manierismus – er charakterisiert den Stil des späten Michelangelo und wurde und auf dessen Nachfolger verallgemeinert. Die Figuren sind kapriziös und spannungsgeladen, die Proportionen sind stark verzerrt, Körper posieren in zum Teil unmöglichen Proportionen. Der Manierismus wendet sich an den Verstand und liebt intellektuelle Spielereien und Anspielungen.

Immer wieder anders
Der Mensch ist für Spigar so nah wie das Spiegelbild seiner selbst. Für ihn wird es darum nie langweilig, diese Menschen in seinen Bildern darzustellen. Die «Mannsgöggeli» zeigen sich in verschiedenen Situationen, werden auf unterschiedliche Arten eingesetzt. «Giorgo Morandi hat sein Leben lang nur Flaschen und Becher gemalt», sagt Spigar, «und sie immer wieder in einem anderen Licht dargestellt.» Genauso macht Spigar es mit den Männlein in seinen Bildern. So vermessen, sich mit Giorgo Morandi messen zu wollen, ist Spigar nicht. Er bezieht sich eher auf den Wettbewerb, dem sich jeder Künstler stellen muss und vor dem auch er keine Angst hat. Das Fazit, welches er daraus zieht: «Auch Verlierer können gute Menschen sein.»

Nicht dass Spigar sich als solchen sieht. Er hat sich im Laufe vieler Jahre einen Namen geschaffen. Büroräume, Fabrikfassaden und Balkone hat er gestaltet, denn seiner Meinung nach müssen Fassaden und Balkone nicht trostlos, grau und leer sein. Auch bei diesen Gestaltungen ist Bewegung ein zentrales Motiv seiner Arbeit. Doch arbeitet Spigar nicht nur mit Farben, sondern auch mit Metall. Diesen Figuren verschafft er durch mehrere Metallschichten Form und Tiefe.  

Entwicklungen und Phasen
Spigar ist ein eingefleischter Rheintaler. In Rheineck kennt man ihn bestens. Seit 23 Jahren wohnt er dort. Da war es Ehrensache, dass das Vorwort im Kunstbuch von Rheinecks Stadtpräsident Hans Pfäffli geschrieben wurde. Zwischen diesen Zeilen erkennt man den Stolz der Rheinecker, einen Künstler wie Spigar im Städtchen ansässig zu wissen. Das qualitativ hochstehende Kunstbuch gibt Einblick in Entwicklungen und Phasen des Künstlers, zeigt, wie vielseitig und sympathisch er ist. Das 98-seitige Werk hat Spigar zusammen mit seinem Sohn Raphael, der für die Gestaltung verantwortlich zeichnet, verwirklicht. «Diese Zusammenarbeit hat mich gereizt.» Das Kunstbuch ist in gebundener Ausgabe erhältlich und nicht limitiert. Bei der Buchpräsentation am 21. November ist es aber nicht nur einzeln, sondern – dann in limitierter Auflage – zusammen mit einem Bild erhältlich. Am 23. November, dem Sterntag von Rheineck, findet ein Buchverkauf im Kunstraum an der Hauptstrasse 47 in Rheineck statt.

 
Fortsetzung folgt:
 
 
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